Mercedes-Benz

Virtueller Kampf um die Pole Position.

24. Juni 2020

Zahlreiche Profis, die eigentlich mit ihrem Mercedes-AMG GT3 weltweit im Renneinsatz wären, entdecken die Welt der Simulations-Rennen für sich. Mit hochwertigem Equipment trainieren sie virtuell am Rechner fast wie auf der Strecke – und kämpfen um Top-Platzierungen. 

Benzinverbrauch, Reifenverschleiß, Fahrzeug-Set-up – was auf der realen Rennstrecke wichtig ist, entscheidet auch beim Sim-Racing. So werden die Simulations-Rennen genannt, in denen die Profis virtuell am Rechner Vollgas geben. Daheim, mit teurer Ausrüstung und immer auf der Suche nach der nächsten Millisekunde Vorsprung.

Nicht selten fällt die Entscheidung erst in der letzten Runde oder gar der letzten Kurve. Das stellte Mercedes-AMG GT3-Pilot Raffaele Marciello beim ersten Lauf der SRO E-Sport GT Series wieder einmal unter Beweis. Auf dem virtuellen Silverstone Circuit sicherte sich der Italiener durch ein Überholmanöver kurz vor Rennende noch den dritten Rang in der Pro Series, in der sich Rennprofis nun der virtuellen Herausforderung stellen. Der Sieger des letztjährigen FIA GT World Cup belohnte sich mit dem Sprung aufs Podium auch für die vielen Trainingsstunden zuvor am „Gaming-Rig“, dem heimischen Trainingsgerät.

Gewinner des GT-Weltcup Macau 2019: Raffaelle Marciello (Mitte), hier mit Teamkollegen von Gruppe M Racing.

Marciello dreht die digitalen Runden mit absolutem Hightech-Equipment: professioneller Rennsitz, Lenkrad und Pedale sowie einen Gaming-PC mit drei Monitoren für die perfekte Sicht. Die Bandbreite für die Ausstattung im Sim-Racing ist riesig. Während der Einstieg für jedermann erschwinglich ist, geben Enthusiasten wie selbstverständlich fünfstellige Beträge für die Technik aus. 

Raffaelle Marciello fährt beim Training auch technisch an die Spitze des Wettbewerbs.

Und das Interesse an dieser Sportart ist riesig. Ein Beispiel: Seit 2008 veranstaltet die Gran Turismo Academy eine Kombination aus E-Sport-Turnieren und realer Rennfahrerschule, bei der allein bis 2014 mehr als fünf Millionen Teilnehmer über ihre PlayStation teilgenommen haben. 16 Teilnehmer hatten es da schon bis zur internationalen Rennsportkarriere geschafft.

Nuancen entscheiden.

Auch beim Sim-Racing müssen Fahrstil, Bremseinsatz, Kurvenrotation des Fahrzeugs und das diffizile Set-up für die virtuellen Rennen haargenau angepasst werden. Und wie im realen Rennalltag zählt jeder Trainingskilometer, um die Rundenzeiten im Rennen zu verbessern. 

Profi Dirk Müller, der in einem jüngst aufgebauten Gaming-Rig am Steuer für das Black Falcon Team AM Solutions Platz nahm, blieb ein erfolgreiches Abschneiden noch verwehrt. Als einzigem Mercedes-AMG GT3-Team stand ihm allerdings auch kein Sim-Racer aus dem E-Sport als Supporter zur Seite. Müller freut sich dennoch über eine steile Lernkurve: „Zum ersten Mal konnte ich ein Simulations-Rennen mit dem originalen Lenkrad aus dem Mercedes-AMG GT3 fahren, dazu eine neue Pedalerie und der Rennsitz. Das hat es wieder etwas reeller gemacht, und ich konnte ein gutes Feeling für das Fahren im Simulator entwickeln. Das war fast ein kompletter Neustart für mich. Momentan trainiere ich täglich zwei Stunden und arbeite dafür mit meinen Fahrerkollegen eng zusammen. Wir helfen uns gegenseitig, was sehr viel Spaß macht. Wichtig in dieser Zeit ist, dass wir alle gesund bleiben. Aber durch das Sim-Racing holen wir uns ein Stück Realität nach Hause, bevor es mit den Mercedes-AMG GT3 wieder auf die echten Rennstrecken geht.“

Fotos: © Daimler AG, © Mercedes-AMG GmbH